Australia 23 über Achtsamkeit

Unser Wesen liebt Gewohnheiten und Automatismen. Sie unterstützen uns im Alltag wesentlich. (Stelle dir vor, du müsstest überlegen, ob du zuerst mit dem rechten oder linken Fuss aufstehst.) In den vertrauten Denk- und Handlungsmustern brummt unser Denkmotor zufrieden vor sich hin. Einen nicht zu unterschätzenden Teil unseres Alltages verbringen wir im Autopiloten-Modus: Aufstehen, duschen, Znünibrot zubereiten, vielleicht einen Kaffee oder Tee trinken, zur Arbeit fahren … Immer aufs Neue, wie ein Uhrwerk. In diesem Zustand funktionieren wir in erster Linie und das ziemlich gut. Die Zeit verschwindet, wir bekommen bewusst gar nicht richtig mit, wie wir uns fühlen, was wir denken.


Auf Reisen hingegen bewege ich mich in einer ungewohnten Umgebung. Unzählige neue und oft ungewohnte Reize buhlen um Wahrnehmung, heischen für Aufmerksamkeit. Der Teil unseres Seins, der für die Auswahl zuständig ist, was bewusst wahrgenommen werden soll, arbeitet auf Hochtouren. Ich bewege mich mental im Ausnahmezustand. Die Gegenwart fordert, die Zukunft wartet mit Neuem, und die Vergangenheit ist mitnichten verarbeitet. Das braucht Energie und kann ermüden, besonders auf einer längeren Reise.

Weites Land zwischen Esperance und Jerramungup

Aber liegt nicht in jedem grossen Augenblick, gleichviel ob er hell oder dunkel, ein Glück?

Christian Morgenstern

Ich helfe mir da mit einer Achtsamkeitsübung, konzentriere mich darauf, was ausserhalb und innerhalb von mir passiert. Wenn ich achtsam bin, bin ich in der Gegenwart. Dabei versuche ich, die Achtsamkeit in ihrer Reinheit zu belassen und nicht zu werten oder zu urteilen – «nur» mich und meine Umgebung zu beobachten.

Ich frage mich:

  • Was nehme ich wahr, was sehe, höre, rieche, spüre ich? (Wahrnehmung)
  • Was fühle ich gerade? Wie fühle ich mich? (Gefühle)
  • Was denke ich gerade? (Gedanken)
  • Was werde ich jetzt tun? (Handlung)

Emu

Kookaburra


Die vier Fragen und natürlich ihre Antworten, verbunden mit ein paar tiefen Atemzügen, führen mich in Balance, bringen den «Turbo zwischen den Ohren» zur Ruhe, holen mich von irgendwo ins jetzt. Oft bleiben diese Achtsamkeits-Momente besonders gut in der Erinnerung haften.

 

G'day, Beat


Route

 

Esperance

Jerramungup

 

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Kommentare: 1
  • #1

    offside sheila (Mittwoch, 17 Oktober 2018 16:26)

    Wer Euren Blog liest, kann sich die Yoga-Stunde sparen, herzhaft lachen und locker die nächste figjam-Runde protokollieren ;-)))